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Dein Freund das Tageslicht

Eines der wichtigsten Themen in der Fotografie ist das Licht. Das gilt für jede Art der Fotografie. Unzählige Systeme und Hersteller tümmeln sich auf dem Markt und verkaufen ihr Produkt. Von ganz billig bis ganz teuer. Doch die Foodfotografie hat einen entscheidenen Vorteil. Sie bewegt sich meistens nicht. Deshalb kannst du die beste Lichtquelle aller Zeiten nutzen. Und sie ist sogar kostenlos. Das Tageslicht.

Als ich vor ca. 7 Jahren mit der Fotografie angefangen habe dachte ich, dass ich alles mögliche an Zubehör brauche. Natürlich auch eine künstliche Lichtquelle. Ich kaufte mir ein billiges Lichtsystem mit 2 Tageslichtlampen und dachte mir, dass jetzt alles super beleuchtet ist.
Von wegen… Dieses System kam genau 2 mal zum Einsatz. Seitdem liegt es in irgendeiner Ecke.

Mittlerweile habe ich das Tageslicht für mich entdeckt. Wirklich jedes Bild von mir wird bei Tageslicht geschossen. Egal ob Moody oder Bright Style. Egal ob Winter oder Sommer. Früh oder spät abends. All das spielt bei mir keine Rolle. Meine Lichtquelle ist immer das Tageslicht.

Warum sollte ich mit Tageslicht fotografieren?

Ich bin ein großer Freund von „umso einfacher, desto besser„. Das beste am Tageslicht ist, dass es umsonst ist, und einen Großteil des Tages unendlich verfügbar. Selbst bei Regen oder in der Abenddämmerung lässt es sich noch wunderbar damit fotografieren. Das Zauberwort dafür heißt „Stativ“. Ohne ein ordentliches Stativ (Amazon Werbelink) kannst du nur begrenzt mit Tageslicht fotografieren. Ein Stativ sollte aber in keiner Fotoausrüstung fehlen.

Deine Kamera hat die Möglichkeit, die Belichtungszeit zu verlängern. Umso weniger Licht vorhanden ist, desto länger muss die Kamera belichten. Das heißt, dass die Kamera die Verschlussklappe länger offen lässt, und somit das Licht länger auf den Sensor trifft. Durch diese Methode ist es möglich, dass selbst bei abendlicher Dämmerung Bilder entstehen, die aussehen als seien sie im Sonnenschein fotografiert worden. Den Rest erledigst du hinterher in der digitalen Bildbearbeitung. Eine lange Belichtungszeit setzt jedoch voraus, dass die Kamera absolut wackelfrei steht. Bei Belichtungszeiten von mehreren Sekunden ist es unmöglich, ohne Stativ ein scharfes Bild zu bekommen.

Licht von oben mit einem Reflektor auf der unteren Seite

Licht von oben mit einem Reflektor auf der unteren Seite

Ein weiterer Vorteil ist die Zuverlässigkeit. Solange dein Fenster nicht auf einmal spontan zugemauert wird, ist es immer verfügbar. Es gibt nichts schlimmeres, als eine kaputte Lampe, wenn man sie gerade benötigt. Selbst wenn die Sonne sich hinter einer Wolke versteckt, muss lediglich die Belichtungszeit angepasst werden. Diese Zuverlässigkeit darfst du nicht unterschätzen. Zuverlässigkeit ist wichtig, wenn du mit deinen Bildern Geld verdienen willst.

Was muss ich noch berücksichtigen?

Damit deine Bilder am Ende auch wirklich gut aussehen, gilt es noch einiges zu beachten. Im Vergleich zu künstlichem Licht, was immer die gleiche Temperatur hat, funktioniert es mit dem Tageslicht etwas anders. Auch Schatten, Reflektionen und ein paar andere Punkte sind abhängig vom Licht und der Technik.

Die Sonne ist je nach Uhrzeit unterschiedlich stark. Das sorgt dafür, dass je nach Uhrzeit, deine Bilder einen anderen Schatten haben. Morgens und Abends sind die Schatten länger und weicher, weil die Sonne noch nicht so hoch am Himmel steht. Gegen Mittag, wenn die Sonne am höchsten steht, sind die Schatten kurz und am härtesten.

Um die Schatten auf deinem Bild kontrollieren zu können, gibt es ein paar Tricks. Auch hier musst du nicht tief in deinen Geldbeutel greifen. Kaufe dir im Baumarkt eine große Styroporplatte und schneide sie zuhause mit einem Messer in 2 oder 3 Teile. Wenn du etwas schwarze Farbe zuhause hast, kannst du die Rückseite der Styroporplatten schwarz streichen. Nun besitzt du den besten und einfachsten Aufheller / Abschatter der Welt für deine Fotografie.

Möchtest du jetzt z.B. die Schatten in deinem Bild etwas aufhellen, so stellst du auf die Gegenseite der Lichtquelle die helle Styroporplatte auf. Möchtest du etwas abdunkeln, so drehst du die schwarze Seite zur Lichtquelle.

oben mit Aufheller. Unten ohne Aufheller

oben mit Aufheller. Unten ohne Aufheller

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wie du die Schatten und auch Reflektionen in deinen Bildern reduzieren kannst. Gerade bei sehr hellem / harten Licht fotografiere ich oft damit. Gemeint ist der Diffusor. Ein Diffusor streut das Licht und sorgt so für weicheres Licht. Bestimmt hast du so etwas schon oft gesehen. Bei Blitzsystemen ist das dieser weiße Überzug über dem Blitz / der Lichtquelle. Auch hier bekommst du für wenig Geld eine super Lösung.  Der 5 in 1 Falt-Diffusor (Amazon Werbelink) ist nicht nur ein Diffusor, sondern bietet dir auch noch die Möglichkeit der Abschattung und Reflektion auf unterschiedlichste Arte und Weise. Zusammengefaltet nimmt er kaum Platz weg und lässt sich super lagern.

Diffusor und Abschatter bei starker Mittagssonne

Diffusor und Abschatter bei starker Mittagssonne

Fazit

Mit der Tageslichtfotografie ist mehr möglich als du denkst. Jeder Bildstil ist möglich. Mit wenig Geld und Aufwand steht deine Beleuchtung in nichts einer Profiausrüstung nach. Alles was du benötigst ist ein Fenster, ein Stück Styropor und einen Diffusor. Der Rest ist reine Übung. Hast du den Dreh erst einmal raus, möchtest du gar nicht mehr mit einer künstlichen Lichtquelle arbeiten. Klicke doch oben im Menü auf mein „Portfolio“ und schaue dir die unterschiedlichen Bildstile einmal an. Wirklich alle sind bei Tageslicht entstanden.

Hinterlasse mir doch gerne in den Kommentaren einen Link zu deinen Bildern, die du mit Tageslicht geschossen hast.

Bis dahin,

immer gutes Licht.

Martin

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